Was hast Du heute gekauft?

  • Letzte Woche eine Wohnung … fast schon aus Verzweiflung.

    Der Jüngste ist seit September an der Uni in Zürich immatrikuliert - schreiben geht einfacher als sprechen - und brauchte ein WG-Zimmer.

    Die ersten Monate hat er bei Tante und Onkel verbracht, deren Sohn grad in Montana ein Austauschjahr macht, spätestens im Juni aber wieder raus muss.

    Dann mal nach Zimmern gegockelt, bist du deppert, ab 1000 Franken aufwärts für ein Zimmer.

    Die Frau übernahm die Führung und innerhalb von 5 Tagen war die Wohnung gekauft. Notar war am Donnerstag.

    Seit 2 Wochen läuft die sanfte Renovierung, Farbe, 3 Zimmer mit Parkett ausstatten, ein wenig im Badezimmer, alles nicht schlimm.

    Die Wohnung gehörte einer 90-jährigen italienischen Witwe, entsprechend gepflegt war sie.

    Stelle fest, ich werde auch nicht jünger - blöd jetzt, wirklich - und bei spritzen der Wandfarbe mit der gefühlt 20 Kg schweren Pistole, meint man nach 2 Stunden es fault einem die Schultermuskulatur ab.

    Heute und morgen noch, dann sind wir durch mit Farbe.

    Freuen uns alle wie Bolle. Ausgestattet wird sie komplett mit second hand Möbel und ich muss sagen, wir haben ihm ein Händchen für Geschmack mitgegeben…. was natürlich immer im Auge des Betrachters liegt. Macht Freude 💪

    Freiheit - das heisst keine Angst haben, vor nichts und niemand (Konstantin Wecker - Willy)

  • Kann ich nachvollziehen... die ÖPNV-Tickets sind unverschämt teuer. Also haben wir für Junior flugs ne gebrauchte MBB/Kawasaki BK 177 erworben....

    Paar kleinere Wartungsarbeiten, neue Rotorblätter.... Problem gelöst. Die Lackierung hat Junior natürlich geschmackvoll selbst gestaltet.... n Stinkefinger prangt auf beiden Seiten, gut sichtbar im Tiefflug über den Pöbel der zu dämlich ist sein Problem einfach mit viel Geld der Eltern zu lösen.

    PS. Nein, das ist kein Sozialneid, ok, nicht nur. Bissle Stolz auf ein (hoffentlich) selbst verdientes Vermögen ist ja durchaus legitim. Aber sowas dann auch noch genüßlich abzudrücken... naja. "Fast schon aus Verzweiflung" mal eben ne Dreizimmerwohnung in Zürich gekauft.... sei dir versichert, Verzweiflung sieht gaaaaaanz anders aus.

    Tunerlatein:
    nolite dare sanctum canibus neque mittatis margaritas vestras ante porcos ne forte conculcent eas pedibus suis et conversi disrumpant vos (Matth. 7,6)

  • ....mein Sohn sucht seit 6 Jahren eine bezahlbare größere Wohnung bei uns in der Stadt (20.000 Einw.) findet keine, die maximal-und halbmaximalpigmentierten Mitmenschen bekommen bei uns alle eine Wohnung über das städtische Bauamt, OK da wird die Miete/Nebenkosten über das Bürgergeld abgerechnet und da ist es egal was es kostet, sorry!! :thumbdown: :| <X



    JT: 2010 Bernkastel Kues / 2011 Neidenberga / 2012 Titisee + geile Sau-Tour / 2013 Antweiler + blaue Zipfel / 2014 Drangstedt / 2015 Neidenberga / 2016 Weidenhof / 2017 Weidenbach + Heuabschiedstour / 2018 Neidenberga / 2019 Drangstedt / 2021 Weidenhof-Herbsttour / 2022 Heidenheim + Weidenhof Herbsttreffen / 2023 Kroatien + Weidenhof-Herbsttreffen / 2024 Westerburg / 2025 Weidenhof / >>JT 4-6 Juni 2026 in Westerburg<<

  • Alle, die bedürftig sind, werden untergebracht, wie auch immer. Am Pigmentierungsgrad der Haut entscheidet sich das jedenfalls nicht. Dieses alternativ angehauchte Halbwissen finde schrecklich, zeigt aber, warum die Deppen bei uns Wahlerfolge haben und wie es sein kann, dass so ein Vollhonk in den USA Präsident sein kann. Jetzt bricht gleich ein shitstorm herein, aber ich bin da jetzt raus :evil:

    DLzG, RedRider

    Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen ;)
    Nte gut, alles gut

  • Kommt drauf an, Michael 😉

    Aber, vorab, die Wohnung ist nicht in Zürich, kann sich kein Normalsterblicher mehr leisten. Er fährt mit ÖV von Haustür bis Uni in 45 Min oder per Velo vermutlich nicht viel langsamer.

    Die Kosten für’s WG-Zimmer wären bis Ende Studium umme 55K, mit Master noch mal 15K drauf und das wäre bei Miete weg.

    Jetzt kommt der Dreisatz bzgl “Was kommt auf Dauer günstiger” zum Zug.

    Auch in CH wird Wohnraum nicht mehr. Gewinnen wollen wir eigentlich nichts, verlieren werden wir nichts. Mitnehmen werden auch wir nichts.

    Vertrag mit Junior ist aufgesetzt. Er kann die Wohnung bei Interesse zum Kaufpreis úbernehmen.

    Er ist happy, wir sind’s auch.

    Freiheit - das heisst keine Angst haben, vor nichts und niemand (Konstantin Wecker - Willy)

  • Ist doch immer wieder schön, wie sich Volker Pispers "Wenn man weiß, wer der Feind ist, hat der Tag Struktur." bewahrheitet ... Und wieder sind die bösen "Anderen" schuld an den strukturellen Problemen, die wir in Deutschland haben. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist real und seit Jahren gut dokumentiert. Egal, ob Kleinstadt oder Metropole. Und er ist mit Sicherheit das Ergebnis politischer Entscheidungen: Vernachlässigung des sozialen Wohnungsbaus, auslaufende Sozialbindungen, steigende Bau- und Bodenpreise, sowie ein Markt, der Wohnen konsequent als Renditeobjekt behandelt. Man sehe sich einfach mal Immobilienkonzerne wie Vonovia an.

    Und Wohnungen werden von Ämtern nicht nach äußerlichen Merkmalen wie Hautfarbe vergeben. Städtische Bauämter und Jobcenter arbeiten nach Kriterien wie Einkommen, Bedarf, Haushaltsgröße und rechtlichem Anspruch. Das ist ein ziemlich bürokratisches Verfahren, oft sehr restriktiv und von klaren Mietobergrenzen geprägt. Die Vorstellung, Kosten spielten da keine Rolle, hält einer sachlichen und nüchternen Betrachtung nicht stand. Einfach mal in den Haushaltsplan der eigenen Kommune gucken, was da unter dem Posten veranschlagt wird und wie viel tatsächlich für sozialen Wohnungsbau vorgesehen ist ... Wer keine Ahnung hat von dem Prozedere, das man als Bürgergeld-Empfänger durchlaufen muß, der möge bitte einfach schweigen statt das falsche Narrativ "Aber die bekommen ja alles bezahlt!" weiter zu verbreiten. Oder einfach mal drei Monate versuchen, mit dem Durchschnittssatz eines Bürgergeld-Empfängers klar zu kommen.

    Der entscheidende Punkt liegt woanders. Über Jahre bzw. Jahrzehnte hinweg hat man kommunale Wohnungsbestände verscherbelt, die Neubauprogramme zurückgefahren und die Förderinstrumente abgebaut. Gleichzeitig sind zahllose Wohnungen aus der Sozialbindung gefallen und darauf hat der Markt vollkommen erwartbar reagiert: weniger Angebot, höhere Preise, härtere Konkurrenz um jede bezahlbare Wohnung. Wer den Wohnraummangel in Deutschland verstehen will, muß nach Baupolitik, Bodenrecht, Förderpraxis fragen - und danach, wer eigentlich daran verdient (Vonovia, anyone?).

    Man kann natürlich auch die sozial Benachteiligten für strukturelle Probleme verantwortlich machen. Ist halt der einfache Weg - jeder braucht wohl seine Sündenböcke.

    "I don't know half of you half as well as I should like; and I like less than half of you half as well as you deserve." J.R.R. Tolkien

    „Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.“ Paul Watzlawick

  • ....ich verurteile Niemanden egal welcher Herkunft der sich finanziell besserstellen will und kann macht dieses doch wohl jeder, verantwortlich ist das jahrzehntelange Fehlverhalten der Bundes- und Landesregierungen bei dieser Misere und zusätzlich die Geldgier der Elite in der Baubranche.

    ....übrigens was die Altersversorgung betrifft, wenn die Gelder die jahrzehntelange aus den Rentenkassen für andere Projekte entnommen worden sind mit Zinsen zurück gezahlt werden würden wäre genug Geld da für alle!



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  • Fakt ist auch, daß für Härtefälle oft Mieten deutlich über den Obergrenzen von den Ämtern gezahlt werden. Das verzerrt die durchschnittliche Miethöhe und weil das aus Steuergeldern gezahlt wird, arbeitet der Staat in diesem Fall gegen seine Bürger.

    Nein, ich hab auch kein Rezept dafür/dagegen.

  • Warum denkt ihr offenbar, dass IHR nicht "der Staat" seid?

    Naja, ich kann schon nachvollziehen wie man diesen Eindruck gewinnen kann. Wer kann aktuell schon das Gefühl haben dass das "sein" Staat wäre der sich um "seine" Belange kümmert.... Im Moment hagelts doch eher an Kritik an den Bürgern, wir sind zu faul, wollen zu viel Rente, eine funktionierende Bürokratie und Infrastruktur und verstehen nicht welch gute Absichten unsere Regierigen haben.....

    Schwieriger zu verstehen ist für mich allerdings, warum so wenige versuchen etwas daran zu ändern. Und noch schwieriger zu begreifen ist für mich, dass es offenbar noch immer keine Einsicht gibt dass die anstehenden Probleme der Welt, sei es Klima, soziale Gefälle, oder gar die drohenden militärischen Konflikte nur gemeinsam zu bewältigen sind. Statt dessen beobachten wir die Rückkehr in den Nationalismus, Abschottung und das Recht des Stärkeren....

    Tunerlatein:
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  • Sie werden schon etwas ändern, indem noch mehr die Neonazis wählen.

    Und ... ich würde mir Sorgen um meine Enkel machen. Weil die schickt der Pritorius und seine Konsorten ohne mit der Wimper zu zucken in die Schützengräben. Die Geschichte wiederholt sich halt bekannterweise.

    Freiheit - das heisst keine Angst haben, vor nichts und niemand (Konstantin Wecker - Willy)

  • Auch hier, Widerspruch!

    Damals, 1939, war es der - demokratisch gewählte und dann undemokratisch ermächtigte - GröFaZ, der deutsche Soldaten in einen Angriffskrieg schickte.

    Ab 2001 war es ein Bündnisfall, in dem "Deutschlands Freiheit am Hindukusch verteidigt" wurde.

    Ich halte es für unvorstellbar, dass der Deutsche Bundestag unsere Truppe in einen Angriffskrieg schickt. Falls wir, oder unsere Bündnispartner, angegriffen würden, kann man wohl kaum formulieren, dass "Pritorius und seine Konsorten" jemand in den Schützengraben schicken. Und, was wäre denn dazu dann die Alternative? Unterwerfung? Früher hieß das "Lieber Rot als tot". Was das heute bedeuten würde kann man in der Ukraine sehen.

    --
    "Am Ende wird Alles gut. Und wenn noch nicht Alles gut ist, dann ist eben noch nicht Ende." [bras. Sprichwort] ;)

  • ....na die Weltpolitik und Ordnung ist doch etwas aus den Fugen geraten.

    ....nach der Wahl ist der Bürger den Politikern egal welchen Parteien für 4 Jahre auf Gedeih und Verderb schutzlos ausgeliefert! :thumbdown:

    ....übrigens, ich wäre bei krassen politischen Fehlentscheidungen wie in der Schweiz für Volksentscheide! :/



    JT: 2010 Bernkastel Kues / 2011 Neidenberga / 2012 Titisee + geile Sau-Tour / 2013 Antweiler + blaue Zipfel / 2014 Drangstedt / 2015 Neidenberga / 2016 Weidenhof / 2017 Weidenbach + Heuabschiedstour / 2018 Neidenberga / 2019 Drangstedt / 2021 Weidenhof-Herbsttour / 2022 Heidenheim + Weidenhof Herbsttreffen / 2023 Kroatien + Weidenhof-Herbsttreffen / 2024 Westerburg / 2025 Weidenhof / >>JT 4-6 Juni 2026 in Westerburg<<

  • Naja, Hans, darüber lässt sich auch diskutieren. Aber ja, wir dürfen ein paar Mal im Jahr unser Votum abgeben.

    Allein der Satz, er fällt oft bei politischen Themen, "dann kommt's vor's Volk", ist schon ein hohes Gut.

    Wahlpflicht ist angesagt .... und das predigen wir jedem in unserem Umfeld, vor allem den Jungen.

    Freiheit - das heisst keine Angst haben, vor nichts und niemand (Konstantin Wecker - Willy)